Wassernot

von / Mittwoch, 27 Juli 2016 / Veröffentlicht inNews

Wassernot ist eine der größten Krisen unserer Zeit

Weltweit sinken die Grundwasserspiegel

Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen weltweit. Doch die steigende Zahl Menschen verbraucht immer mehr. Experten sind sich sicher, dass sich Konflikte aufgrund einer Wassernot künftig häufen werden.

In Deutschland vergisst man leicht, dass manche Dinge nicht selbstverständlich sind. Dass man beispielsweise nicht überall auf der Welt zu jeder Tages- und Nachtzeit einfach den Wasserhahn aufdrehen kann und dass das Nass dann zuverlässig und sauber fließt. Hierzulande verbraucht jeder Deutsche 120 Liter Wasser pro Tag. Man verbraucht nicht nur Wasser in Wasserform, sondern auch das indirekte Wasser.

Für ein Rindersteak sind beispielsweise 2000 Liter Wasser nötig, bevor es auf dem Teller landet, 20 Liter braucht man für 100 Gramm Gemüse. Die Landwirtschaft verbraucht 70 Prozent des weltweit genutzten Wassers; in den am wenigsten entwickelten Ländern liegt die Quote sogar bei 90 Prozent.

Doch längst gibt es nicht genügend Wasser für alle. Derzeit haben laut Experten 750 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und die Zahl dieser Menschen steigt. So werden nach aktuellen Prognosen Ende des Jahrhunderts zwei Milliarden Menschen unter direkter Wassernot leiden. Konflikte sind programmiert.

Wo die Dürren zuschlagen

Besonders stark betroffen sind Länder in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Sie kämpfen schon lange mit Dürren oder Überschwemmungen. Derzeit trifft es Äthiopien besonders hart; das Land am Horn von Afrika durchlebt wegen des Wetterphänomens „El Niño“ schon das zweite Dürrejahr in Folge. Laut einem Bericht des Magazins „Science Advances“ leiden weltweit vier Milliarden Menschen mindestens in einem Monat des Jahres unter Wasserknappheit, fast die Hälfte von ihnen in China und Indien.

Der diesjährige Weltrisikobericht des Weltwirtschaftsforums nennt die Wasserkrise als eine der größten Gefahren des kommenden Jahrzehnts. Auf die Zusammenhänge zwischen Wasserknappheit und Fluchtbewegungen haben Wissenschaftler wiederholt hingewiesen.

Auch auf wirtschaftlicher Ebene ist Wassermangel eine Bedrohung, warnt jetzt die Unesco: Er könnte in den kommenden Jahren zur Stagnation des Wachstums und zum Verlust von Arbeitsplätzen führen….

Anbei der Link zum vollständigen Artikel in der WELT vom 09.04.2016

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article154164328/Wassernot-ist-eine-der-groessten-Krisen-unserer-Zeit.html

Die wichtigsten Zahlen zur Wassernot zusammengefasst:

750 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ein Drittel der Weltbevölkerung benutzt keine sogenannten verbesserten sanitären Anlagen, also solche, die Tieren unzugänglich sind und als nicht verunreinigt gelten.

70 Prozent des weltweiten verbrauchten Wassers werden von der Landwirtschaft genutzt; in den am wenigsten entwickelten Ländern liegt die Quote bei 90 Prozent.

Etwa 30 Prozent des Wassers, das dem weltweiten Kreislauf entnommen wird, geht durch Lecks verloren. Dies betrifft auch marode Infrastruktur in den Industriestaaten: In London liegt der Verlust bei 25, in Norwegen bei 32 Prozent.

Um 1 Prozent jährlich hat sich seit 1980 die Grundwasserentnahme erhöht.

78 Prozent der weltweiten Arbeitsplätze hängen von der Ressource Wasser ab. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation ILO sind ein Prozent aller Arbeitnehmer direkt im Wassersektor beschäftigt.

17 Prozent aller arbeitsbezogenen Todesfälle gehen auf ansteckende Krankheiten zurück. Schlechte Wasserqualität, mangelnde sanitäre Versorgung und Hygiene sind dafür laut Unesco die Hauptursachen.

Vier Milliarden Menschen weltweit leiden mindestens in einem Monat des Jahres unter Wasserknappheit, fast die Hälfte von ihnen in China und Indien.

 

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